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Geist
Anno domini 2020


Die heiligen drei Könige

💥🐫🐪🐫🛵
Sie waren Menschen wie ich und Du,
erwacht in sternenklarer Nacht aus seliger Ruh;
zwei aus dem Morgenland, der Mongolei,
Afghanistan, Indien oder auch nur östliche Türkei.
Der Dritte ist ihnen auf dem Weg begegnet,
war zufällig mit der gleichen Vision gesegnet.
Am Himmel zwinkerte ein kleiner Stern:
Mensch komm, ich hab dich wirklich gern!
Dann haben sie mal „Schalom“ gesagt
und den ersten Schritt gewagt.
Sie waren in alten Vorstellungen gefangen,
sind dennoch aufgebrochen, sind gegangen.
Und waren am Himmel nur Wolken zu sehen,
sprach Kaspar: „Lasst uns heute in die Kneipe gehen“.
Und Balthasar:
„Wir gehen in die Bar“.
Da haben sie meistens Menschen getroffen,
haben gehört, geredet, geglaubt, gezweifelt und manchmal auch gesoffen:
Wo wollen wir denn wirklich hin?
Macht das hier alles einen Sinn?
Du suchst den neuen Stern, fällst in ein schwarzes Loch,
mal überdreht, mal depressiv - ja geht’s denn noch?
In Tempeln und Palästen kamen sie nicht weiter
und wurden dennoch froh und heiter.
Sie fanden das Zentrum vom Welten All
bei Ochs und Esel in einem Stall.
Entdeckten: Ein schwarzes Loch ist verdichtete Masse,
in der Tiefe des Lebens wirst du wirklich klasse.
Los, folge dem Stern, du gehst nicht verloren.
Vielleicht wird etwas Neues gerade bei Dir geboren.
Waren sie Könige oder Nomaden? War der Ochse vielleicht eine Kuh?
Sie waren Menschen wie ich und Du.
Könige und Weise
wurden sie erst am Ende ihrer Reise.👑

Manchmal beginnt die Passionszeit mitten im Karneval

Manchmal beginnt die Passionszeit mitten im Karneval,
die bunten Lichter verlöschen,
Stromausfall.
Nur eine kleine Kerze flackert noch
wo alles dunkel wird.
Zeichen der Hoffnung,
dass der Wahnsinn nicht das Letzte ist.
Der Rosenmontagszug ist abgesagt.
Die Rosen liegen, wo das Leben endete,
Die Nachricht kommt nicht von irgendwo,
nicht mittlerer Osten,
kein Amoklauf im Westen Amerikas.
Von dort, wo ich vor kurzem noch ging:
vertraute Straße, vertrautes Haus.
Einer mit dem ich bekannt bin, kannte ein Opfer.
Worte tragen nicht mehr.
Schweigen, Klagen,
weinende Menschen umarmen sich… .
Aus der Ferne will ich bei ihnen sein.

Kronenzeit


Coronazeit
Innnehalten, nachdenken,
Passionszeit. Was ist das Leben?
Es wird vieles langsamer
und manches wird beschleunigt.
Bisher schlecht bezahlte Berufe werden neu wertgeschätzt.
Manche Umarmung fehlt,
aber auch neue Kontakte entstehen.
Jetzt schon online,
und dann erst recht -
leibhaftig.
Corona - die Krone
Was ist die Krone des Lebens?

Manchmal kommt Ostern erst nach Pfingsten


 
Ostern – immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond,
damit alle Welt auch nachts Licht zum Feiern hat,
ohne Strom und künstliche Beleuchtung.
Doch manchmal hängen dichte Wolken am Himmel,
manchmal zieht die Seuche übers Land,
Krankheit und Tod machen das Leben dunkel.
Du bist gefangen wie in einem Grab.
Es ist Frühlingsanfang, doch du siehst den Vollmond nicht.
Du kannst daran glauben, aber die Augen sehen ihn nicht.
Die Alten haben Ostern dann einfach verschoben
bis das Himmelslicht wieder voll zu sehen war.
 
Manchmal kommt Ostern erst später,
weil du dafür die Berührung brauchst.
Jemand, der dich umarmt,
und du willst deine Hand in die seine legen.
Aber der, der für dich durch die Hölle ging sagt dir:
„Noli me tangere – rühre mich nicht an!“
Die Zeit ist noch nicht reif.
Warte bis sie kommt.
 
Wir werden wieder an einem Tisch sitzen,
das Brot teilen, Kelch und Gläser heben.
Wenn der Wein nicht reicht,
dann verwandeln wir Wasser,
sprudeln es auf zu Prosecco, Sekt und Cidre,
machen es zu Bier und Apfelwein.
 
Es wird Musik da sein, ein la la la - und jeder singt mit in seiner Sprache
ein Brausen vom Himmel, ein Strahlen auf den Gesichtern.
Du könntest die ganze Welt umarmen vor Glück.
 
Für Thomas, den Vernünftigen, kommt die Auferstehung erst eine Woche später,
und manchmal kommt Ostern erst nach Pfingsten.






2019

Neujahrspredigt



Klostergeist*in

Barbara von Luther - oder Luder, Lüder, je nachdem wie man’s spricht,
aus Großenlüder im Kreis Fulda,
letzte Meisterin des Klosters Hachborn,
1527 mit einer Abfindung von 5 Malter Frucht entlassen
- Reformation.
Mit ihrem Geist eingekehrt ins evangelische Pfarrhaus
wie manche ihrer Chorschwestern,
nach dem Vorbild der Nonne Katharina, die dann Frau LutherB hieß.
Dort segensreich weitergewirkt über Jahrhunderte.
Jetzt auf dem Weg zurück:
Christliche Lebensgemeinschaft wieder begründen für neue Zeiten.
28.1.2019   

Zum Valentinstag ein Gruß an alle Liebenden
💖
Ganz gleich ob hetero, homo, platonisch oder sonst was -
an Tagen wie diesem zählt nur die Liebe - für diesen Augenblick Unendlichkeit.
Liebt in aller Freiheit. Tut, was ihr wollt! Es ist in Ordnung.
Genießt den Himmel, aber achtet auch auf die Erde.
Nicht jeder ist frei. Einige sind unsicher. Manche haben Angst.
Andere raffen und gieren nach dem, was es doch nur geschenkt gibt.
Trotz allem - vertraut auf die Himmelsmacht,
die schöpferische Kraft, die euch in Glück und Unglück trägt.
Lasst in eurer Liebe immer noch eine Überraschung drin sein,
aber lasst sie nie zur raschen Übung verkommen.
Freut euch an dem Augenblick der Ewigkeit
und bedenkt zugleich: unsere Liebe ist nur auf Zeit -
bis der Tod uns scheidet
und manchmal auch das Leben.
Die Geschichte der Liebe aber hört niemals auf.
Schreibt eure Zeilen hinein!
14.2.2019


Karfreitagslied
😧
Passionszeit - zur Liebe gehört auch Leiden,
manchmal gar der ganze Wahnsinn der Hölle:
Beziehungsstress, Drohungen, Untreue, Belogen werden,
Fake-News statt Good-News, Betrug, Verrat,
- Vertrauen zerbrochen.
Am geheimen Ort muss ich mich mit den Geliebten treffen.
Wenn der Hohepriester es herausfindet
werden sie mich kreuzigen.
Ein letztes Ma(h)l ganz für dich,
eine letzte Vollmondnacht im Garten -
„my special prayer“,
ein letzter Kuss -
„let’s just kiss and say goodbye”.
Dann ist Karfreitag:
„Eiskalt lässt du meine Seele erfriern,
du spielst mit meinen Gefühlen
Und mein Stolz liegt längst schon auf dem Müll….“
Golgatha, der Müllplatz von Jerusalem.
Warum hast du mich verlassen?
Ich rufe dich an, doch du antwortest nicht.
Ich schreibe auf Whatsapp und Messenger
und finde keine Ruhe.
Ich bin abgemagert bis auf die Knochen.
Mein Herz ist wie Wachs.
Finger zeigen auf ein Nacktbild von mir - öffentlich,
in den Tempeln, auf Facebook und Twitter.
Alles blutet.
Der Vorhang ist zerrrissen.
Die Leute spotten.
Funkstille - drei Ewigkeiten.
Die letzte Hoffnung begraben.
Zur Hölle gefahren.
Der Leib - nur noch ein Fall für die Würmer.
Doch noch weiß ich, was ich will:
Ich will dich!
Vielleicht leiht mir der Friedhofsgärtner seinen Körper:
Ave Maria!
Vielleicht wandern wir wieder nach Emmaus,
mit neuem Fleisch in die kleine Kneipe,
dort wo das Leben so lebenswert ist.
Vielleicht siehst du meine Wunden,
legst deine Hand in meine Seite.
Neues Vertrauen wächst:
eine neue Liebe wie ein neues Leben.
Vielleicht ….

Ostercredo
🤣🐣💫💖
In neuen Kleidern eine neue Kreatur:
Die letzte Prüfung liegt hintern Dir,
Schweiß und Tränen sind vorbei,
geschafft, neu erschaffen!
Das Küken schlüpft aus dem Osterei.
Eine wunderbare Welt wartet auf Dich.
Noch ist alles so ungewohnt.
Die alten Wunden schmerzen noch:
Verrat, Verleugnung und idiotische Dummheit,
der Abschied von Freunden.
Die Angst vor dem was kommt
kämpft mit der Lust auf so viel Neues.
Noch fährt die Seele Achterbahn:
„Niedergefahren zur Hölle,
aufgefahren in den Himmel“.
Der siebte Himmel lockt,
die neue Sicht, Zuversicht in Tod und Leben
und leben und Leben und leben …
Heiliger Geist – du bist nicht allein.
Du bist geliebt,
Deine Seele, Du mit Fleisch und Blut.
Du stehst auf, brichst auf.
Ein neues Kapitel der unendlichen Geschichte beginnt.
Lebe und liebe!

Konfirmation
🧚‍♂🧚‍♀
Brich auf! sagt dir der Engel.
Neues Land liegt vor dir.
Fürchte dich nicht,
auch wenn vieles ungewohnt ist.
Er leiht dir seine Flügel
und fängt dich auf,
bei deinem Ausflug aus dem Nest.
Die Karten werden neu gemischt.
Neues Spiel beginnt, mit neuem Glück.
Du wirst nicht immer gewinnen.
Probier‘s noch einmal, noch zweimal,…
Ich bin mit dir! sagt Dir der Engel.

Festzeit

Klosterhoffest bei Spillams am 16. autofreien (Erlebnis-) Sonntag,
am 15. September 2019 war es mitten in Hachborn.
An original Tischen und Stühlen der ehemaligen Gastwirtschaft „Zum Klosterhof“.
Essen und Getränke Grundversorgung durch die Reservistenkameradschaft Ebsdorfergrund.
Mit einer Führung durch die Reste des Prämonstratenser Chorherren- und Chorfrauenstifts Hachborn.


Neubau auf alten Boden
Die Erdmännchen waren fleißig und die Erschließung des Klostergeländes für die Neubauten geht voran.
Dazu gab es dann noch diesen wunderschönen Regenbogen über Klostergelände und Hachborner Stiftskirche.
So gibt der Himmel seinen Segen zu den Arbeiten.



Ausgrabung
Die alten Klostermauern kommen wieder zum Vorschein. Einen Fußboden haben die Archäologen auch ausgraben und dazu Eisen und Keramik. Wer weiß - vielleicht steigt zu Halloween und Reformation auch der Geist der letzten Meisterin des Kloster, Barbara Luther (von Luder), aus den alten Gewölben heraus.


Weihnachtsgrüße 2019


Dieses Jahr kam das Friedenslicht von Bethlehem auch nach Hachborn in die alte Klosterkirche,
mit Musik vom Dudelsack, begleitet von Männern in Röcken und der Jugendfeuerwehr: Amazing grace, was für ein wunderbares Geschenk. An anderem Ort hat es ein Engel gebracht.
Ich wünsche Dir zur Weihnacht, dass das Licht des Friedens in dir brennt, dass wunderbare Musik in Deinem Leben ist, dass Du mit viel Freude auch auf Menschen blicken kannst, die anders aussehen als gewohnt. Ich wünsche Dir Energie für Dein Leben, ein Feuer, das Dich wärmt aber Dich nicht verbrennt. Mögen Dir Engel begegnen auf deinem Weg (und manchmal sehen sie aus wie die Feuerwehr). Einer flüstert Dir ins Ohr: Hab keine Angst! Geht Deinen Weg, auch wenn manches anders wird. Ein Kind wartet auf Dich!


Weihnachtswünsche

Heilung von Krankheit und manchen Dämonen,
den Hunger gestillt an Leib und Seele,
dass die Sonne Dich nicht verbrennt und Du nicht im Regen ertrinkst,
das wünsche ich Dir.
Dazu einen Frieden, mit viel Lust am Leben
und dem Christkind, das geboren wird—alle Jahre wieder.
19.12.2018









Geh deinen Weg ohne Eile und Hast,
und suche den Frieden, der schon in dir liegt.
Habe Lust am Leben und langweile nicht.
Ärgere dich nicht zu sehr,
auch wenn manches idiotisch ist auf der Welt.
Sie ist immer noch schön.
Versuche auf der Erde zu leben und glücklich zu sein.
Gehe dem nach wozu du berufen bist,
auch wenn der Lohn nicht in Geld besteht.
Sei dankbar für jedes Jahr, das du erleben darfst,
und fülle es mit deiner Geschichte.
Bereite dich aber auch auf den Augenblick vor,
an dem ein Kapitel endet,
du eine Schulter zum Ausweinen brauchst
oder Tränen fließen weil du fehlst.
Lass dich tragen, wo deine Füße keinen Halt mehr haben.
Da ist noch eine größere Macht,
die dich mit Engelsflügeln in ihren Händen hält.
1.1.2019


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